Geschäftsverlauf und Ertragslage

Die geschäftliche Ausgangslage hat sich aufgrund der verstärkten Investitionstätigkeit der Kunden in wichtigen Absatzmärkten weiter verbessert. Dies war insbesondere in den Märkten Industrie und Transport sowie im Baugewerbe der Fall.

Die Chancen der Märkte nahm KSB über die globale KSB-Verkaufsorganisation wahr, gestützt auf ihren weltweiten Fertigungsverbund und ihre Serviceorganisation sowie auf nationale Händlernetze.

Translatorische Wechselkurseffekte haben sich im Geschäftsjahr 2018 signifikant negativ ausgewirkt.

AUFTRAGSEINGANG

Das Volumen der verbuchten Auftragseingänge konnte im Geschäftsjahr um 38,2 Mio. € (+ 1,7 %) auf 2.303,5 Mio. € gesteigert werden. Das genannte Wachstum ist mit einem Wechselkurseffekt in Höhe von – 96,8 Mio. € gegenüber dem Vorjahr belastet. Bereinigt um Währungseinflüsse beträgt das Wachstum 6 %.

Nennenswerte Anstiege konnten insbesondere mit Kunden in den Märkten Verarbeitende Industrie mit + 58,3 Mio. € – und hier vor allem im Segment Pumpen – sowie Transport mit + 19,9 Mio. € verzeichnet werden. Von der Entwicklung im Marktbereich Transport entfielen allein 14,7 Mio. € auf das Segment Armaturen. Darüber hinaus steigerte sich der Auftragseingang in den Märkten Baugewerbe um + 9,9 Mio. € und Chemie / Petrochemie um + 9,6 Mio. €. Dies entspricht einem Wachstum von 4 %.

Regional konnten vor allem die Gesellschaften der Regionen Asien / Pazifik mit + 35,8 Mio. € (+ 7,5 %) maßgeblich zum Wachstum beitragen. Herausragend war hier die Entwicklung in Indien mit + 32,1 Mio. € (+ 21,9 %). Getragen ist dieses Wachstum durch ein indisches Großkraftwerk im Markt Energieversorgung mit + 22,9 Mio. € im Segment Pumpen. Auch die Gesellschaften in Europa konnten leicht zulegen (+ 1,3 %). Allerdings zeigte die KSB SE & Co. KGaA im Auftragseingang einen Rückgang in Höhe von – 15,1 Mio. €. Im Vergleich zum Vorjahr wirkte sich hier vor allem ein geringeres Projektvolumen insbesondere im projektgetriebenen Energiemarkt signifikant aus. Die Gesellschaften in Amerika schlossen das Geschäftsjahr stabil zur Vorperiode ab, wobei das komplette Wachstum durch einen negativen Währungseffekt in Höhe von – 45,7 Mio. € kompensiert wurde. Gleiches gilt für die Gesellschaften der Region Mittlerer Osten / Afrika, deren moderates Wachstum ebenfalls währungsbedingt um – 14,0 Mio. € unter dem Vorjahr lag. Des Weiteren wurde das Wachstum der Region durch das eingeschränkte Iran-Geschäft stark negativ beeinflusst.

Pumpen

Im Segment Pumpen konnte der Auftragseingang um + 32,6 Mio. € (+ 2,2 %) auf 1.506,2 Mio. € gesteigert werden. Wesentlicher Treiber war das zweistellige Wachstum im Markt Allgemeine Industrie mit + 47,1 Mio. € (+ 11,6 %), vor allem in den europäischen Gesellschaften. Gemeinsam mit dem Wachstum in der Gebäudetechnik in Höhe von + 8,9 Mio. € (+ 5,5 %) und im Transport mit + 3,5 Mio. € (+ 18,5 %) wurde der deutliche Rückgang im Markt Energieversorgung in Höhe von – 14,2 Mio. € vor allem in den europäischen Gesellschaften überkompensiert. Der Markt Bergbau lag stabil auf Vorjahresniveau, während die Kunden in den Märkten Wasser/Abwasser und Chemie verhaltener bestellt hatten.

Armaturen

Im Segment Armaturen konnte der Auftragseingang um 12,1 Mio. € (+ 3,5 %) auf 355,6 Mio. € gesteigert werden. Dies ist mit einem Wachstum von 14,7 Mio. € maßgeblich auf die Wiedererstarkung im Markbereich Transport zurückzuführen. Die Märkte Bergbau mit + 3,6 Mio. € (+ 42,4 %) und Chemie /Petrochemie mit + 3,0 Mio. € (+ 7,7 %) sind ebenfalls signifikant gewachsen. Auch im Segment Armaturen schlug sich die geringere Nachfrage aus dem Energiesektor mit – 16,4 Mio. € nieder. Ursache dafür war eine deutlich gebremste Aktivität im Bereich der größeren Projekte.

Service

Der Auftragseingang im Segment Service lag mit 441,7 Mio. € (– 1,5 %) leicht unter dem Vorjahr. Auch hier zeigt sich ein maßgeblicher Rückgang im Markt Energieversorgung in Höhe von – 21,9 Mio. € (– 16,2 %), welcher vorwiegend in den europäischen Gesellschaften wirkt. Starke Zuwächse konnten in den Märkten Allgemeine Industrie mit + 10,9 Mio. € (+ 10,2 %) und Chemie/Petrochemie mit + 8,3 Mio. € (+ 12,4 %) verbucht werden.

Umsatz

Der Konzernumsatz stieg um + 40,9 Mio. € (+ 1,9 %) auf 2.245,9 Mio. €. Auch hier war das Wachstum durch Währungseffekte in Höhe von – 92,6 Mio. € signifikant belastet. Ohne den Effekt aus dem Wechselkurs läge der Anstieg bei 133,5 Mio. € (+ 6,1 %).

Europa bleibt mit 56 % weiterhin die umsatzstärkste Region des Konzerns. Der Umsatz der europäischen Gesellschaften reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um – 0,6 %. Der Rückgang in Höhe von – 18,8 Mio. € auf 762,0 Mio. € in der größten Einheit KSB SE & Co. KGaA, die sowohl den europäischen als auch den außereuropäischen Markt bedient, konnte zum Großteil durch Zuwächse in anderen Teilen Europas, insbesondere Europa West, kompensiert werden. Den größten Zuwachs verzeichneten die Gesellschaften in Asien / Pazifik mit einem Anstieg in Höhe von + 29,7 Mio. € (+ 6,6 %), gefolgt von den legalen Einheiten in Amerika mit einem Plus von 18,9 Mio. € (+ 5,8 %). Die Gesellschaften der Region Mittlerer Osten / Afrika lagen mit – 0,5 Mio. €, im Wesentlichen aufgrund der negativen Währungseffekte, leicht unter dem Vorjahr.

Umsatz nach Segmenten

Pumpen

Der Umsatz im Segment Pumpen erhöhte sich um 25,1 Mio. € (+ 1,7 %) auf 1.469,4 Mio. €. Deutliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr zeigten die Regionen Amerika mit + 18,9 Mio. € und Asien / Pazifik mit + 14,8 Mio. €. In der Region Amerika wurde das Wachstum vor allem in der US-Gesellschaft GIW mit Hauptgeschäft im Markt Bergbau getragen. In Asien / Pazifik war der Zuwachs auf mehrere Einheiten verteilt. Die Umsätze der europäischen Gesellschaften blieben mit – 10,3 Mio. € hinter dem Vorjahr zurück.

Armaturen

Im Segment Armaturen konnte das Wachstum aus dem Auftragseingang noch nicht in gleicher Höhe in Umsatz gewandelt werden. Hier stand ein Zuwachs von 2,0 Mio. € (+ 0,6 %) zu Buche. Das Geschäftsjahr wurde mit einem Umsatzvolumen in Höhe von 340,8 Mio. € abgeschlossen. Während die Gesellschaften der Regionen Asien / Pazifik mit + 3,1 Mio. € und Amerika mit + 2,0 Mio. € trotz signifikanter Währungseffekte einen Zuwachs verbuchten, lagen die Gesellschaften in Europa mit – 2,1 Mio. € und im Mittleren Osten / Afrika mit – 1,0 Mio. € hinter dem Vorjahr zurück.

Service

Das Segment Service hat mit 3,3 % den größten relativen Zuwachs erzielt und schloss das Jahr mit einem Plus von 14,0 Mio. € auf 435,7 Mio. € ab. Im Service haben die Regionen Asien / Pazifik sowie Europa gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs verzeichnet. Der größte absolute Zuwachs zeigte sich in den Gesellschaften in Asien / Pazifik mit + 11,8 Mio. €. Dem entgegen stand ein Rückgang in den Regionen Mittlerer Osten / Afrika sowie Amerika mit insgesamt – 3,0 Mio. €.

Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT)

Der KSB Konzern erwirtschaftete ein Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) von 74,7 Mio. € (Vorjahr 116,4 Mio. €). Das Segment Pumpen trägt hierzu 90,6 Mio. €, das Segment Armaturen – 37,4 Mio. € und das Segment Service 21,5 Mio. € bei.

Die Prognosen des Vorjahres bezogen sich auf das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern, daher werden im Folgenden auch die Vergleichswerte im Berichtsjahr nach der Definition des Vorjahres dargestellt. Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern beträgt 76,4 Mio. € (Vorjahr 117,2 Mio. €). Positiv wirkte sich die Entwicklung des Ergebnisses vor Zinsen und Ertragsteuern im Segment Pumpen mit 85,8 Mio. € (Vorjahr 79,9 Mio. €) aus. Damit ist die im Vorjahresbericht gestellte Prognose (beträchtlicher Anstieg) mit einem Plus von 7,4 % eingetroffen. Wie bereits zum Halbjahr berichtet, war das EBIT durch Aufwendungen aus einer zusätzlichen Vorsorge für ein Altprojekt in Großbritannien in Höhe von 25 Mio. € belastet. Die Pensionspläne deutscher Gesellschaften, die vor dem Jahr 2009 abgeschlossen wurden, sahen bei Eintritt in den Ruhestand ausschließlich die Auszahlung der angesammelten Beträge in Form einer lebenslangen, monatlichen Rente vor. Im Dezember 2018 wurde für diese Pläne ein Kapitalwahlrecht eingeführt. Demnach ist jeder Mitarbeiter berechtigt, jederzeit während des laufenden Arbeitsverhältnisses, die Auszahlung als Kapital, entweder als Einmalzahlung oder in zehn jährlichen Raten, zu beantragen. Aus der Berücksichtigung der Ausübung dieses Kapitaloptionsrechts ergeben sich einmalig Erträge aus nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand in Höhe von insgesamt 46,4 Mio. €, die zu einer Minderung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen führen. Auf das Segment Pumpen entfallen Erträge aus dem Kapitaloptionsrecht in Höhe von 32,4 Mio. €. Im Segment Armaturen ist das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern, entgegen der Prognose einer stabilen Entwicklung, von 0,1 Mio. € im Vorjahr, auf – 37,1 Mio. € im Berichtsjahr gesunken. Ursache hierfür stellt unter anderem die Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwertes der KSB Seil Co., Ltd., Korea in Höhe von 20,6 Mio. € dar. Grund hierfür ist die allgemein begrenzte Geschäftsentwicklung der Gesellschaft infolge der konjunkturellen Entwicklung der langzyklischen Schiffbauindustrie. Ebenfalls belasteten außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen der französischen Produktionsgesellschaft KSB S.A.S. in Höhe von 10,6 Mio. € das Ergebnis. Die Abschreibungen betreffen zwei Armaturenbaureihen, aus denen keine nachhaltigen Mittelzuflüsse mehr erwartet werden. Gegenläufig wirkten Erträge aus dem Kapitalwahlrecht in Höhe von 5,9 Mio. €. Für das EBIT des Segments Service wurde ein deutlicher Zuwachs prognostiziert, während jedoch ein Rückgang um 25,7 % auf 27,7 Mio. € eingetreten ist. Hier wirkte sich vor allem die Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte von zwei französischen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten in Höhe von 7,6 Mio. € aufgrund der Abhängigkeit von einem einzelnen Großkunden negativ aus. Erträge aus der Einräumung des Kapitalwahlrechts sind in Höhe von 8,1 Mio. € enthalten.

2,2Mrd. €
 Konzernumsatz in Mrd. Euro

Gesamtleistung

Der zuvor erwähnte Umsatzanstieg zeigt sich auch in einer höheren Gesamtleistung. Sie betrug 2.275,8 Mio. €, nach 2.210,5 Mio. € im Vorjahr. Der Bestand an Unfertigen und Fertigen Erzeugnissen hat sich um 22,6 Mio. € erhöht. Die Anderen aktivierten Eigenleistungen belaufen sich auf 7,3 Mio. € und sind somit gegenüber dem Vorjahr um 30,4 % gestiegen.

ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN

Die Sonstigen Erträge sind von 69,2 Mio. € auf 33,1 Mio. € gesunken. Dies resultiert im Wesentlichen aus den im Vorjahr enthaltenen hohen Versicherungsentschädigungen sowie aus niedrigeren Erträgen aus Anlagenabgängen.

Der Materialaufwand hat sich im Vergleich zu der Gesamtleistung stärker erhöht, wodurch die Materialaufwandsquote von 40,2 % im Vorjahr auf 41,1 % im Berichtsjahr gestiegen ist. Insgesamt ist der Materialaufwand auf 934,5 Mio. €, gegenüber 887,8 Mio. € im Vorjahr, gestiegen. Ursache hierfür sind unter anderem Fremdvergaben.

Der Personalaufwand veränderte sich um – 3,9 % auf 765,5 Mio. €. In Relation zur Gesamtleistung ist der Personalaufwand um 2 Prozentpunkte gesunken. Wesentliche Einflussgröße waren Erträge aus dem Kapitalwahlrecht in den Pensionsplänen der deutschen Gesellschaften in Höhe von 46,4 Mio. €. Die Belegschaft hat sich bis zum Ende des Berichtsjahres gegenüber 2017 um 258 Beschäftigte auf 15.713 erhöht. Den stärksten Anstieg verzeichneten dabei die nordamerikanischen Gesellschaften mit 159 Personen, was unter anderem auf den Erwerb der Vermögenswerte und Schulden der Dubric-Gruppe zurückzuführen ist. Die größten Rückgänge entfielen auf die französischen und die südamerikanischen Standorte. Der KSB Konzern beschäftigte im Jahresdurchschnitt 90 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr. Aufgrund der um 3,0 % höheren Gesamtleistung, bei gleichzeitig steigender Beschäftigtenzahl, hat sich die durchschnittliche Leistung je Mitarbeiter gegenüber dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr von 142 T € auf 146 T € erhöht.

Die Anderen Aufwendungen sind, gemessen an der Gesamtleistung, von 17,8 % auf 18,3 % gestiegen. In absoluten Zahlen ist dies eine Veränderung von 392,4 Mio. € auf 416,9 Mio. €. Ursächlich waren höhere Aufwendungen für Gewährleistungen und Pönalen (+ 20,4 Mio. €) aufgrund der bereits erwähnten Vorsorge für ein Altprojekt in Großbritannien sowie gestiegene Aufwendungen für Reparaturen, Instandhaltungen und Fremdleistungen (+ 22,0 Mio. €). Gegenläufig sind die Sonstigen Personalaufwendungen um 12,5 Mio. € gesunken.

Das Finanzergebnis hat sich um 3,0 Mio. € verbessert. Hier spiegelt sich das gestiegene Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, sowie gesunkene Finanzaufwendungen, insbesondere Zinsaufwendungen, wider.

ERGEBNIS

Der KSB Konzern erwirtschaftete ein Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) von 65,6 Mio. €, nach 104,2 Mio. € im Jahr 2017. Damit ist die Vorjahresprognose eines stark ansteigenden Ergebnisses aufgrund der bereits beschriebenen Sondereffekte nicht eingetreten. Die Umsatzrendite vor Ertragsteuern verringerte sich entsprechend von 4,7 % im Vorjahr auf 2,9 % und bleibt damit ebenfalls hinter den im Vorjahr geäußerten Erwartungen zurück. Die Ertragsteuerquote ist erheblich angestiegen und beträgt nun 63,5 % nach 50,0 % im Vorjahr. Die Ursache für diesen Anstieg sind deutlich höhere latente Steueraufwendungen. Bereinigt um die Effekte aus den nicht aktivierbaren latenten Steuern auf Verlustvorträge und den Abschreibungen auf die Geschäfts- und Firmenwerte der Gesellschaft KSB Seil Co., Ltd., Korea und der französischen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ergibt sich eine bereinigte Ertragsteuerquote von 31,8 %. Das Ergebnis nach Ertragsteuern von 23,9 Mio. € (Vorjahr 52,1 Mio. €) ist mit 54,1 % stärker gesunken als das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) (– 37,0 %).

65,6
 Konzernergebnis (EBT) in Mio. Euro

Das auf die nicht beherrschenden Anteile entfallende Ergebnis ist im Vergleich zum Vorjahr mit 12,6 Mio. € um 2,3 Mio. € gesunken. Die Relation zum Ergebnis nach Ertragsteuern veränderte sich daher von 28,6 % auf 52,7 %.

Die Ergebnisanteile der Aktionäre der KSB SE & Co. KGaA (11,3 Mio. €) lagen um 25,9 Mio. € unter denen des Vorjahres (37,2 Mio. €).

Das Ergebnis je Aktie betrug für die Stammaktien 6,26 €, nach 21,10 € im Vorjahr, und für die Vorzugsaktien 6,64 €, nach 21,36 € im Jahr 2017.

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