Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der Weltkonjunktur hat im Verlauf des Geschäftsjahres 2018 an Dynamik verloren. Der Internationale Währungsfonds (IWF), dessen Zahlen für die Planung genutzt werden, ging zu Jahresbeginn von einem Wachstum von 3,9 % aus. Die tatsächliche Entwicklung blieb mit + 3,7 % hinter dieser Prognose zurück. Ursächlich waren neben handelspolitischen Beschränkungen des Warenverkehrs vor allem die zunehmenden Schwierigkeiten einer Reihe von Schwellen- und Entwicklungsländern. Diese hatten mit der Verteuerung von Krediten und Energieträgern zu kämpfen; hinzu kamen, vornehmlich im Nahen und Mittleren Osten, politische Spannungen. Sie bremsten öffentliche wie private Investitionen.

Europa war auch 2018 für das KSB-Geschäft von primärer Bedeutung. Im „Heimatmarkt“ schwächte sich allerdings das Wachstum der Wirtschaft – auf Basis der IWF-Prognose – stärker ab als in der Globalbetrachtung. Es erreichte dennoch mit + 1,8 % gleichwohl ein befriedigendes Niveau. In Deutschland ließ das Exportgeschäft nach. Verbunden mit einer geringeren Industrieproduktion führte dies dazu, dass die Wirtschaft mit + 1,5 % deutlich hinter den Prognosewerten zurücklag. Auch Frankreich, Italien und Großbritannien blieben unter den Erwartungen, wenngleich aus unterschiedlichen Gründen. In Spanien ist die Wirtschaft hingegen überdurchschnittlich gewachsen, was für den dortigen Vertrieb sowie für Produktion und Service die Rahmenbedingungen verbesserte.

Unter den traditionellen Industriestaaten erreichten die USA wegen der Steuersenkungspolitik und der günstigen finanzwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein mit + 2,9 % stärkeres Wachstum als erwartet. In diesem Land fertigt der KSB Konzern Feststoffpumpen und hat 2018 sein Service- und Ersatzteilgeschäft weiter ausgebaut.

Von den aufstrebenden Ländern Asiens haben sich 2018 vor allem China und Indien mit Wachstumsraten von 6,6 % und 7,3 % gut behauptet. Während die chinesische Wirtschaft, zuletzt wegen des Handelsstreits mit den USA, allerdings das Vorjahreswachstum nicht erreichte, übertraf in Indien die wirtschaftliche Expansion jene von 2017. Den Hintergrund dieser Entwicklung bildete, neben dem höheren Privatkonsum, eine verstärkte Investitionstätigkeit, von der Maschinenbauer mit eigener Fertigungsbasis wie KSB direkt profitierten.

Auch die fünf ökonomisch bedeutendsten Länder Südostasiens – Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand und Vietnam – zeigten mit einer Zuwachsrate von insgesamt 5,2 % eine gute Entwicklung. Auch hier ist KSB mit eigenen Gesellschaften vertreten.

Deutlich schwächer blieb mit einem Wachstum von + 1,1 % die Region Südamerika mit den für KSB wichtigen Märkten in Argentinien, Brasilien und Chile. In Argentinien schränkte die Wirtschafts- und Währungskrise die Nachfrage stark ein; auch der Markt in Brasilien erholte sich nur langsam.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Länder in der Region Mittlerer Osten / Afrika war vor allem durch die internationalen Spannungen im Umfeld des Syrienkriegs, des amerikanischen Iran-Embargos und der politischen Krisen in Katar, im Jemen und in Saudi-Arabien geprägt. In Südafrika, wo KSB ein Fertigungswerk in Johannesburg betreibt, sorgten die anstehenden Wahlen für Unruhen und für ein von Unsicherheit geprägtes Investitionsklima. Dieses setzte den vor Ort tätigen Unternehmen enge Wachstumsgrenzen. KSB Südafrika bediente aber darüber hinaus weitere Länder südlich der Sahara mit einer teils stärkeren wirtschaftlichen Entwicklung.

Für Russland zeichnete sich aufgrund der anhaltenden Sanktionen und des Fehlens ausländischer Investitionen noch keine gesamtökonomische Besserung ab. Wegen der bevorzugten Nutzung inländischer Bezugsquellen war es für ausländische Konzerne wichtig, ihre Fertigungsbasis im Lande zu verbreitern, was KSB mit dem Aufbau eines neuen Produktions- und Servicestandorts gelungen ist.

INSGESAMT POSITIVE NACHFRAGEENTWICKLUNG

Die zu Jahresbeginn noch optimistischeren Prognosen zur Konjunktur veranlassten Unternehmen zunächst neue, zum Teil länger aufgeschobene Projekte in Industrie und Infrastruktur in Angriff zu nehmen. Hiervon profitierten in verschiedenen Branchen die jeweiligen Zulieferbetriebe einschließlich KSB. Die über das Jahr deutlicher werdenden Risiken für den internationalen Handel dämpften aber zunehmend die Investitionsbereitschaft, speziell in solchen Regionen, die von Handelsbeschränkungen einschließlich Sanktionen oder politischen Spannungen betroffen waren.

Im für KSB wichtigen Markt Industrie zeigte sich dennoch eine insgesamt positive Entwicklung der Nachfrage. Im Bereich der Chemie und Petrochemie war dies besonders ausgeprägt. Neben Instandhaltungsinvestitionen kam es in der ölverarbeitenden Industrie wieder zu einer steigenden Zahl neuer Raffinerieprojekte.

Weltmarkt für Kreiselpumpen und Armaturen
Quelle: KSB-Schätzung (Februar 2019), European Industrial Forecasting

In der Wasser- und Abwasserwirtschaft, die – ähnlich dem Markt Industrie – strategisch priorisiert wird, war die Nachfrageentwicklung regional sehr unterschiedlich. Eine Reihe von Schwellenländern und das Wachstumsland China setzten den Ausbau ihrer Infrastrukturen fort. Auch in Nordamerika stieg die Nachfrage nach Produkten und Leistungen für eine sichere Trinkwasserversorgung und zuverlässige Abwasserentsorgung. Demgegenüber projektierten vor allem die Länder des Nahen und Mittleren Ostens sowie Nordafrikas für diese Zwecke deutlich weniger neue Anlagen. Hier wirkten die politisch unsicheren Verhältnisse als Investitionsbremse.

Als unverändert schwieriger Markt erwies sich für alle Lieferanten und Dienstleister die Energieversorgung. Der Rückgang der Nachfrage nach Ausrüstungsgegenständen und Serviceleistungen für Kohlekraftwerke setzte sich fort. Alternative geschäftliche Optionen, wie sie zum Beispiel die Belieferung von Gas-und-Dampf-Kraftwerken bot, konnten diese strukturell bedingten Einbußen nicht ausgleichen.

Im Bergbau war mit dem Anstieg der Rohstoffpreise in einigen Ländern eine rege Investitionstätigkeit verbunden. Dies galt beispielsweise für Kupferminen in Südamerika sowie für den Abbau von Gold und Lithium in Asien und Australien. Neben bislang aufgeschobenen Ersatzinvestitionen entschieden sich Minenbetreiber in einigen Ländern dafür, ihre Anlagen zu erweitern, was die Nachfrage nach Ausrüstungsgütern stärkte.

Die Bauwirtschaft entwickelte sich insgesamt gut. Dies galt in Westeuropa unverändert sowohl für den Wohnungs- als auch den Wirtschaftsbau. Dabei erwies sich das in vielen Ländern noch immer sehr niedrige Zinsniveau als förderlich. Auch in mehreren Ländern Asiens, wie in China und Indien, blieb die Investitionstätigkeit auf hohem Niveau. Dabei lag ein Schwerpunkt auf der Errichtung gewerblicher Bauten, in denen gebäudetechnische KSB-Produkte vorrangig zum Einsatz kommen.

Der Markt der Schiffsneubauten inklusive LNG Carrier verzeichnete gemäß Macquarie Research lediglich eine geringfügige Steigerung. Den größten Anteil haben Containerschiffe, Schüttgutfrachter und Tanker. LNG und LPG Carrier folgen mit deutlichem Abstand.

MASCHINENBAU WEITER IM AUFWIND

Nach Angaben des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) stieg der weltweite Umsatz im Maschinenbau zum zweiten Mal in Folge um 3 % (preisbereinigt). Überdurchschnittlich gut hat sich der Maschinenbau in der Schweiz, Österreich, Niederlande, Deutschland, Schweden sowie im Vereinigten Königreich entwickelt. Das Umsatzwachstum lag 2018 zwischen 4 % und 7 %, wobei die Schweiz, Schweden und die Niederlande besonders positive Umsatzentwicklungen von 7 % verzeichneten. In den Niederlanden entwickelte sich das Geschäft mit Halbleiter-Produktionsmitteln ausgesprochen gut, und in Schweden investierte der öffentliche Sektor verstärkt in Smart-City-Projekte.

In Deutschland wurde das Vorjahresniveau um knapp 5 % übertroffen. Zurückzuführen ist dies auf eine gute Auftragslage.

In China kämpfen die Unternehmen mit rückläufigen Exportaufträgen aufgrund des Handelskonfliktes mit den USA. Dies führte 2018 zu einem Umsatzwachstum von lediglich 2 %. In Indien hingegen war das Wachstum mit ca. 10 % unerwartet stark. In Lateinamerika zog die Maschinennachfrage kräftig an, was sich in einem Anstieg des Umsatzes um preisbereinigt 5 % widerspiegelte.

Im Bereich Flüssigkeitspumpen verzeichnete der VDMA  ein reales Umsatzwachstum deutscher Pumpenhersteller von 5 %. Auch die Industriearmaturen verbuchten eine positive Umsatzentwicklung in Höhe von 6 %, wohingegen der Auftragseingang um 1 % zurückging.

Segmentbericht

Auftragseingang Umsatz EBIT
in T € 2018 2017 2018 2017 2018 2017 (angepasst)
Segment Pumpen 1.506.248 1.473.628 1.469.443 1.444.392 90.563 79.284
Segment Armaturen 355.618 343.505 340.771 338.849 -37.373 51
Segment Service 441.670 448.179 435.734 421.717 21.512 37.020
Gesamt 2.303.536 2.265.312 2.245.948 2.204.958 74.702 116.355
Finanzergebnis -9.141 -12.175
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 65.561 104.180
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