Finanz- und Vermögenslage

FINANZLAGE

Die Finanzlage des KSB Konzerns zeigt sich aufgrund von Sondereffekten unverändert gut, was sich in einer konstant hohen Eigenkapitalquote von 38,2 % (Vorjahr 39,3 %) ausdrückt.

Liquidität

Aus betrieblichen Tätigkeiten erzielte KSB einen Cashflow von 61,4 Mio. €. Dieser war 59,3 Mio. € geringer als im Vorjahr. Ausschlaggebend war eine höhere Mittelbindung in den Vorräten. Dem entgegen standen höhere Verbindlichkeiten.

Die Abflüsse aus der Investitionstätigkeit sind gegenüber 2017 um 82,3 Mio. € gestiegen. Während im Vorjahr die Rückführung der Festgelder und Commercial Papers den Cashflow deutlich erhöhte, führte eine Zuführung von Festgeldern sowie Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Unternehmen im Berichtsjahr zu einem Rückgang des Cashflows. Entsprechend hat sich der Cashflow aus Investitionstätigkeiten von – 8,2 Mio. € im Vorjahr auf – 90,5 Mio. € im Berichtsjahr verändert.

Der negative Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten hat sich stark reduziert. Er betrug – 9,4 Mio. € nach – 106,0 Mio. € im Vorjahr. Grund sind geringere Auszahlungen für Finanzverbindlichkeiten, da – anders als im Vorjahr – im Berichtsjahr keine Teil-Tilgung des Schuldscheindarlehens erfolgte.

In Summe aller Cashflows haben sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 289,5 Mio. € auf 255,5 Mio. € stark reduziert. Dabei spielten Wechselkursänderungen in Höhe von + 4,6 Mio. € (Vorjahr – 6,8 Mio. €) eine bedeutende Rolle.

Der KSB Konzern geht davon aus, den vollen Umfang an Zahlungsausgängen auch künftig weitgehend aus dem operativen Cashflow bestreiten zu können. Damit erreicht das Finanzmanagement aus heutiger Sicht das Ziel, jederzeit die Liquidität im Wesentlichen ohne zusätzliche externe Finanzierungsmaßnahmen sicherzustellen. Daneben besteht seit Dezember 2018 ein Konsortialkreditvertrag der KSB SE & Co. KGaA und der KSB Finanz S.A., um das Liquiditätsrisiko abzusichern sowie den Bedarf an Bankgarantien des KSB Konzerns zu decken. Die Kreditlinie kann jederzeit in Anspruch genommen werden und hat eine feste Laufzeit von fünf Jahren mit der Option der zweimaligen Verlängerung um jeweils ein Jahr.

Weitere Informationen zum Liquiditätsmanagement (beispielsweise Kreditlinien) finden sich im Kapitel „Risikobericht über die Verwendung von Finanzinstrumenten“ an anderer Stelle in diesem Konzernlagebericht.

Investitionen

Die Zugänge bei den Immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 13,0 Mio. € (Vorjahr 12,5 Mio. €) betrafen vor allem Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte. Geleistete Anzahlungen für eine neue Software zum Einsatz im Vertrieb wurden im Berichtsjahr in diese Bilanzposition umgegliedert.

Die Investitionen in Sachanlagen sind im Berichtsjahr mit 66,6 Mio. € deutlich niedriger als im Vorjahr mit 89,4 Mio. €. Die höchsten Zugangswerte entfielen mit 21,5 Mio. € auf Technische Anlagen und Maschinen (Vorjahr 29,0 Mio. €). Weitere 20,3 Mio. € betrafen Andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung (Vorjahr 21,8 Mio. €). Schwerpunkt der Investitionstätigkeit war wie 2017 die Region Europa, hier hauptsächlich Deutschland und Frankreich. Außerhalb Europas wiesen die Werke in den USA, in Indien und in China die höchsten Zugänge aus. Die Grundsätze für die Bemessung der Abschreibungen wurden im Berichtsjahr beibehalten.

255
 Nettofinanzposition in Mio. Euro

Nettofinanzposition

Wegen rückläufiger Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläqui­valente ist die Nettofinanzposition mit 255,0 Mio. €, nach 288,0 Mio. € im Vorjahr, niedriger als vor zwölf Monaten vorhergesehen (deutlich über Vorjahr). Diese Entwicklung ist im Wesentlichen bedingt durch den Bestandsaufbau des Vorratsvermögens und höhere Auszahlungen für Material.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle ­Verpflichtungen

Die außerbilanziellen Haftungsverhältnisse des KSB Konzerns betrugen zum Bilanzstichtag 10,7 Mio. € (Vorjahr 7,2 Mio. €). Dabei handelt es sich hauptsächlich um Gewährleistungsverträge.

Sonstige über den Bilanzstichtag hinausreichende finanzielle Verpflichtungen mit außerordentlichem Charakter bestehen nicht. Lediglich aus langfristigen Miet-, Leasing- und Dienstleistungsverträgen (insbesondere Informationstechnologie und Telekommunikation), die für den Geschäftsfortgang notwendig sind, sowie dem Bestellobligo in Höhe von 12,4 Mio. € (Vorjahr 12,2 Mio. €) resultieren weitere finanzielle Verpflichtungen im üblichen Rahmen.

38,2
 Eigenkapitalquote in Prozent

VERMÖGENSLAGE

Im Anlagevermögen sind 27,5 % der Mittel gebunden (im Vorjahr 28,5 %). Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen mit Anschaffungswerten von 1.476,2 Mio. € (Vorjahr 1.424,3 Mio. €) stehen mit 587,7 Mio. € (Vorjahr 614,3 Mio. €) zu Buche. In den Immateriellen Vermögenswerten wirkten sich die Abschreibungen auf die Geschäfts- und Firmenwerte der Gesellschaft KSB Seil Co., Ltd., Korea, mit 20,6 Mio. € sowie der französischen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit 7,6 Mio. € vermindernd aus. Die Geleisteten Anzahlungen haben sich im Vorjahresvergleich um 24,5 Mio. € verringert und die Selbst geschaffenen immateriellen Vermögens- werte sind um 30,2 Mio. € gestiegen. Diese Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus der Umgliederung einer Auslegungssoftware für das Standardpumpenprogramm sowie eines Projekts, dessen Ziel die Einführung eines End-to-End e-Sales Prozesses ist. Die zuvor in den Geleisteten Anzahlungen enthaltenen Beträge für diese beiden Projekte werden im Berichtsjahr in den Selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Immateriellen Vermögenswerte sind in Summe aufgrund der erwähnten Abschreibungen von Firmenwerten von 108,1 Mio. € auf 91,1 Mio. € gesunken. Durch die Investitionen in das Sachanlagevermögen (66,6 Mio. €), die dieses Jahr unter den Abschreibungen (71,2 Mio. €) lagen, hat sich diese Bilanzposition um 9,6 Mio. € verringert. Der Bilanzwert der Finanziellen Vermögenswerte, der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen sowie der langfristigen Sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte ist insgesamt um 0,2 Mio. € auf 28,5 Mio. € gestiegen. Dabei wirkten sich die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen mit + 1,7 Mio. € aus. Die Aktiven ­latenten Steuern sind auf 80,4 Mio. € (Vorjahr 91,7 Mio. €) zurückgegangen.

Vorräte wurden in Höhe von 544,4 Mio. € bilanziert. Das sind 82,6 Mio. € mehr als zum Ende des Jahres 2017. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Unfertige Erzeugnisse als auch Fertige Erzeugnisse und Waren sind gestiegen. Der Zuwachs resultierte im Wesentlichen aus der gestiegenen Bevorratung von Unfertigen Erzeugnissen für bestehende Aufträge (+ 15,6 Mio. €) sowie gestiegenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (+ 19,6 Mio. €) und dem Effekt aus der Erstanwendung des IFRS 15 auf die ausgewiesenen Vorräte (+ 42,2 Mio. €). Die Vorräte haben 24 % (Vorjahr 20 %) der Mittel gebunden.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich von 613,3 Mio. € zum Vorjahresende auf 518,1 Mio. €. Dieser Rückgang resultierte im Wesentlichen aus den in der Berichtsperiode nicht mehr erfassten Forderungen aus PoC. Die im letzten Jahr erfassten Forderungen aus PoC korrespondieren mit den Vertragsvermögenswerten aus der Anwendung des IFRS 15, die im Berichtsjahr als gesonderte Position ausgewiesen werden. Die Vertragsvermögenswerte betragen 74,5 Mio. €. Insgesamt entfallen – unter Berücksichtigung der Veränderung der Bilanzsumme – auf diese Bilanzposition rund 23 % (Vorjahr 27 %) der gesamten Aktiva.

Die Sonstigen finanziellen Vermögenswerte sind von 117,0 Mio. € auf 103,4 Mio. € gesunken. Im Wesentlichen ergibt sich diese Veränderung aus reduzierten Anderen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten (– 8,9 Mio. €).

Demgegenüber steht ein Anstieg um 12,1 Mio. € in den Sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten. Hier erhöhten sich die Steuererstattungsansprüche, im Wesentlichen in Frankreich, Deutschland und den USA, um 9,3 Mio. € auf 40,1 Mio. €.

Rund 11 % des Vermögens betreffen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Sie sind mit 255,5 Mio. € (Vorjahr 289,5 Mio. €) bilanziert.

Die Bilanzsumme verringerte sich um 0,5 % auf 2.242,2 Mio. €. Sowohl im langfristigen Vermögen als auch im kurzfristigen Vermögen zeigten sich deutliche Rückgänge. Die Ausnahme bildeten die Vorräte im kurzfristigen Vermögen, die einen drastischen Anstieg verzeichneten.

Eigenkapital

Der KSB Konzern ist mit einem Eigenkapital von 856,8 Mio. € (Vorjahr 885,4 Mio. €) ausgestattet. Darin enthalten ist wie im Vorjahr das Gezeichnete Kapital der KSB SE & Co. KGaA mit 44,8 Mio. €. Die Kapitalrücklage beträgt unverändert 66,7 Mio. €. Die Gewinnrücklagen reduzierten sich im Wesentlichen aufgrund der Umstellungseffekte aus IFRS 15 und IFRS 9 sowie negativen Währungsumrechnungsdifferenzen auf 577,8 Mio. € (Vorjahr 611,9 Mio. €); hierin sind die Anteile der Aktionäre der KSB SE & Co. KGaA am Ergebnis nach Ertragsteuern mit 11,3 Mio. € (Vorjahr 37,2 Mio. €) enthalten. Auf die nicht beherrschenden Anteile anderer Gesellschafter entfallen 167,6 Mio. € (Vorjahr 162,1 Mio. €). Aufgrund dieser Entwicklungen ist die Eigenkapitalquote, trotz der gegenüber dem Vorjahr um 0,5 % geringeren Bilanzsumme, auf 38,2 % gesunken (im Vorjahr 39,3 %).

Aufwendungen Gesamtergebnisrechnung
Bilanzstruktur

Die nicht beherrschenden Anteile anderer Gesellschafter resultieren im Wesentlichen aus den Gesellschaften KSB Limited / Indien und KSB Shanghai Pump Co., Ltd. / China sowie dem Teilkonzern PAB. Letzterer besteht aus der Pumpen- und Armaturen-Beteiligungsgesellschaft mbH, Frankenthal, und ihren US-amerikanischen Tochtergesellschaften.

Inflation und Wechselkurseinflüsse

Von den konsolidierten Gesellschaften des Konzerns war lediglich der Jahresabschluss einer argentinischen Gesellschaft um Inflationsauswirkungen zu bereinigen. Hieraus haben sich jedoch mit 0,3 Mio. € keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.

Die Währungsumrechnung der nicht in Euro aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften hat zu einem Differenzbetrag von – 13,8 Mio. € (Vorjahr – 54,1 Mio. €) geführt. Die Summe der Währungsumrechnungsdifferenzen wurde ergebnisneutral in das Eigenkapital eingestellt.

Schulden

Größter Posten der Schulden sind weiterhin die Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und darin wiederum die Pensionsrückstellungen, die sich um 33,3 Mio. € von 586,9 Mio. € auf 553,6 Mio. € verringert haben. Diese Entwicklung resultiert primär aus dem seit 2018 gültigen Kapitalwahlrecht in den Pensionsplänen der deutschen Gesellschaften. Details sowie die Auswirkung auf das EBIT sind im Kapitel „Geschäftsverlauf und Ertragslage” zu finden.

Die Heubeck AG hat am 2. Oktober 2018 die neuen Heubeck-­Richttafeln 2018 G veröffentlicht. Diese berücksichtigen die neuesten Statistiken der gesetzlichen Rentenversicherung und des Statistischen Bundesamtes und spiegeln die jüngsten Entwicklungen bei der Sterblichkeits-, Invalidisierungs-, Verheiratungs- und Fluktuationswahrscheinlichkeit wider.

Die neuen Richttafeln berücksichtigen nun den statistisch nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Lebenserwartung und der Höhe der gezahlten Rente. Dies erfolgt durch einen pauschalen Abschlag auf die Sterbewahrscheinlichkeiten. Darüber hinaus berücksichtigen die neuen Richttafeln geänderte Invalidisierungswahrscheinlichkeiten, da sich seit mehr als zehn Jahren im Altersbereich ab 58 Jahren ein Rückgang abzeichnet.

Als Effekt aus der erstmaligen Anwendung der neuen Richttafeln erfolgte in der Bilanz eine Zuführung von 4,8 Mio. €; der Endbestand der Pensionsrückstellungen im Berichtsjahr beträgt 553,6 Mio. €.

Für aktuelle Rentenempfänger und unverfallbare Anwartschaften ausgeschiedener Mitarbeiter betragen die Verpflichtungen ungefähr 45 % des Bilanzansatzes. Der Rest sind Anwartschaften von aktiven Mitarbeitern.

Für das Verständnis der nachfolgenden Ausführungen zu Rückstellungen und Verbindlichkeiten ist im Vergleich zum Vorjahr zu beachten, dass ab dem Geschäftsjahr 2018 die Bilanzierungsgrundsätze dahingehend geändert wurden, dass einige Sachverhalte, die zuvor den Rückstellungen zugeordnet waren, nunmehr als Verbindlichkeiten klassifiziert werden. Ein Ergebniseffekt ergab sich daraus nicht. Diese Umgliederung wurde retrospektiv für die Bilanzzahlen des vergangenen Geschäftsjahres vorgenommen. Nähere Informationen über die Auswirkungen auf einzelne Bilanzpositionen können den Ausführungen im Anhang entnommen werden.

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten sind um 24,2 Mio. € auf 30,1 Mio. € gesunken, was auf die Umgliederung der im Jahr 2019 fälligen Tranche des Schuldscheindarlehens in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten zurückzuführen ist. Das Schuldscheindarlehen, das noch 48,0 Mio. € beträgt, wird voraussichtlich in den Jahren 2019 und 2021 zurückgezahlt.

Die kurzfristigen Schulden haben sich insgesamt um 74,3 Mio. € auf 765,0 Mio. € erhöht nach 690,7 Mio. € zum Jahresende 2017.

Die übrigen Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer sind auf 34,4 Mio. € (Vorjahr 28,0 Mio. €) gestiegen.

Auch bei den Sonstigen Rückstellungen zeigt sich ein Aufbau von 70,2 Mio. € im Jahr 2017 auf 84,9 Mio. €. Während sich die Rückstellungen für Garantieverpflichtungen und Pönalen als auch Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen verringerten, stiegen die Rückstellungen für übrige Verpflichtungen um 20,7 Mio. € an. Dies ist im Wesentlichen bedingt durch die bereits erwähnte Zuführung zu Rückstellungen für ein Altprojekt in Großbritannien in Höhe von 25 Mio. €.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind auf 270,2 Mio. € (im Vorjahr 241,6 Mio. €) gestiegen. Die Sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten verminderten sich um 108,9 Mio. €. Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen, die im Vorjahr mit 97,7 Mio. € noch in dieser Position ausgewiesen wurden, werden im Berichtsjahr in den Vertragsverbindlichkeiten gezeigt. Auch die Sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind um 48,7 Mio. € gesunken. Im Vorjahr waren in dieser Position noch die Erhaltenen Anzahlungen aus PoC in Höhe von 49,4 Mio. € enthalten, die im Berichtsjahr ebenfalls unter den Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen werden. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten erhöhten sich um 26,8 Mio. €. Ursächlich ist die im Jahr 2019 fällige Tranche des Schuldscheindarlehens, die im Berichtsjahr aus den langfristigen Finanzverbindlichkeiten in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert wurde. Berücksichtigt man den Rückgang der Bilanzsumme, beträgt der Anteil der kurzfristigen Schulden am Gesamtkapital 34,1 % (Vorjahr 30,7 %).

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