Chancen- und Risikobericht

Als weltweit tätige Unternehmensgruppe ist der KSB Konzern gesamtwirtschaftlichen, branchentypischen, finanzwirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Risiken ausgesetzt. Die Risikopolitik wird darauf ausgerichtet, nachhaltig und profitabel zu wachsen. Hierzu strebt der KSB Konzern an, die mit seiner Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken zu mindern und wo möglich zu vermeiden. Gleichzeitig bieten die globale Ausrichtung und das breite Produktspektrum eine Fülle von Chancen. Hierzu zählen insbesondere solche, die auf Basis der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten entstehen, aber ebenso diejenigen, die sich mit der Qualität und Wirtschaftlichkeit der Produkte verbinden. Auch die Optimierung des weltweiten Vertriebs- und Produktionsnetzes stärkt die Wettbewerbsposition von KSB. Dabei werden stets Möglichkeiten, die globale Präsenz weiter zu erhöhen, überprüft. Das erreicht KSB einerseits durch Neugründungen, andererseits durch Akquisitionsprojekte.

Chancen sowie Risiken versteht der Konzern als mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer Prognose- oder Zielabweichung führen können. Dies gilt in positiver wie ­negativer Hinsicht. Um die vielfältigen Chancen und Risiken kompetent und effizient zu managen, richtet er sein Handeln entsprechend aus und orientiert sich bei der Auswahl der ­Verantwortlichen am jeweiligen Sachverhalt. Wichtige Über­wachungsaufgaben übernehmen dabei das Controlling, das Finanz- und Rechnungswesen sowie die Interne Revision.

RISIKOMANAGEMENT-SYSTEM

KSB hat ein konzernweites Risikomanagement-System implementiert, um relevante Risiken zu erfassen, zu bewerten und an die Konzernzentrale zu melden. Der Risikomanagement-Prozess des KSB Konzerns besteht aus den aufeinanderfolgenden Phasen der Identifikation, Bewertung, Steuerung, Kontrolle, Erfassung und Kommunikation von Risiken. Die sechs Phasen bilden einen kontinuierlichen und IT-gestützten Regelkreislauf. Dieser ist im Risikomanagement-Handbuch der KSB ebenso dokumentiert wie die Verantwortung des Managements und die Beschreibung aller relevanten Aufgaben.

Die Verantwortlichen sind angehalten, rechtzeitig Maßnahmen zu definieren und durchzuführen, um Schäden, wie sie aus dem Eintreten riskanter Ereignisse resultieren können, zu vermeiden oder zu begrenzen. Alle Funktional- und Zentralbereiche sowie Beteiligungsgesellschaften, somit auch die Gruppengesellschaften, die nicht zum Konsolidierungskreis gehören, sind in das Risikomanagement-System eingebunden. Die jeweils Verantwortlichen sind verpflichtet, monatlich ihre Geschäfts- und Finanzkennzahlen bereitzustellen. Neben der quartalsweisen Vorschau zur Geschäftsentwicklung melden sie zweimal jährlich alle erkannten Risiken für die nächsten 24 Monate ab Meldestichtag für die Kategorien Markt- und Wettbewerbsrisiken, Technologische Risiken, Projekt- und produktbezogene Risiken, Finanzwirtschaftliche Risiken sowie Beschaffungsrisiken. Andere unternehmensspezifische Risiken (Umwelt, Personal, etc.) werden ebenfalls in diesem Turnus an die Risikomanagement-Beauftragten der Konzernzentrale berichtet. Dabei werden qualitative und quantitative Risiken ohne Berücksichtigung getroffener und geplanter Gegenmaßnahmen unterschieden:

Bei qualitativen Risiken handelt es sich um langfristige Entwicklungen, die sich negativ auf die KSB-Gruppe auswirken könnten und die sich aufgrund ihrer unkonkreten Informationslage nicht oder bislang noch nicht fundiert quantifizieren lassen. Um sie dennoch bewerten zu können, werden Eintrittswahrscheinlichkeit und Tragweite anhand definierter Bewertungsklassen eingeschätzt. Bei der Eintrittswahrscheinlichkeit ist zu beurteilen, wie detailliert die Informationen sind, die auf das potenzielle Risiko hinweisen.

Bei quantitativen Risiken handelt es sich um solche mit einem möglichen monetären Einfluss auf das Ergebnis des KSB Konzerns oder der jeweiligen Gruppengesellschaft. Ihre Bewertung berücksichtigt in jedem Einzelfall die konkret ermittelte Eintrittswahrscheinlichkeit in Kombination mit der potenziellen Schadenshöhe.

Die Tragweite bzw. Schadenshöhe beschreibt den möglichen Einfluss des Einzelrisikos auf die neu definierte Kennzahl Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) des KSB Konzerns oder der betreffenden Gruppengesellschaft, wobei eine Betrachtung ohne Berücksichtigung getroffener und geplanter Gegenmaßnahmen erfolgt.

Um zu beurteilen, ob qualitative und quantitative Einzelrisiken für KSB wesentlich sind, werden diese als akzeptable, neutrale oder bedeutsame Risiken eingestuft. Als wesentlich für die KSB-Gruppe werden alle als neutral oder bedeutsam kategorisierten Einzelrisiken, die im Kapitel „Chancen und Risiken in der Einzelbetrachtung“ beschrieben sind, erachtet. Den folgenden Matrizen ist die jeweilige Einstufung zu entnehmen:

Qualitative Risiken

Quantitative Risiken

Bei der Bewertung der Schadenshöhe beschränkt KSB sich auf drei mögliche Einstufungen: gering, mittel und hoch. Es gelten dabei folgende Kriterien:

Kategorisierung der Schadenshöhe
Schadenshöhe in T€
Größenordnung Umsatz gering mittel hoch
kleine Gesellschaften bis 20 Mio. € 50 – 125 125 – 250 > 250
mittlere Gesellschaften 20 bis 80 Mio. € 75 – 250 250 – 500 > 500
große Gesellschaften, Holdings, Organisationseinheiten ab 80 Mio. € 100 – 500 500 – 1.000 >1.000

Diese Vorgehensweise bietet die notwendige Transparenz, um Risiken gesamthaft zu erkennen und sie wirksam, wirtschaftlich verantwortungsvoll und kompetent zu steuern.

Die Aufgabenträger, denen spezielle Verantwortlichkeiten und Kompetenzen im Berichtsjahr im Risikomanagement-System der KSB-Gruppe zugewiesen waren, sind in nachfolgender Abbildung dargestellt und erläutert.

Risikomanagement-System im KSB Konzern

Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement trägt die KSB Management SE als gesetzliche Vertreterin. Die KSB Management SE berichtet durch die Geschäftsführenden Direktoren an den Aufsichtsrat der KSB SE & Co. KGaA im Rahmen regelmäßiger Sitzungen des Prüfungsausschusses und wird von ihm wiederum überwacht. Die Geschäftsführenden Direktoren werden unterstützt durch den Chief Compliance Officer sowie das Konzernfinanz und -rechnungswesen der KSB SE & Co. KGaA. Letzteres koordiniert den Risikomanagement-Prozess auf Gruppenebene und prüft alle gemeldeten Risiken daraufhin, ob sie für die Abschlusserstellung relevant sind. Dies stellt eine systematische Verknüpfung mit dem Prozess der Konzernrechnungslegung sicher. Geschäftsführende Direktoren und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats erhalten mindestens zweimal pro Geschäftsjahr einen Risikobericht mit allen als bedeutsam oder neutral eingestuften Risiken, die im Vorfeld definierte Schwellenwerte – ohne Berücksichtigung getroffener und geplanter Gegenmaßnahmen (Bruttorisiken) – einzeln oder kumulativ überschreiten. Besonders kritische Themen sind von den verantwortlichen Managern ad hoc zu melden. Chancen werden im bestehenden Risikomanagementsystem der KSB hingegen nicht berücksichtigt. Sie werden separat von Segmentleitern und Regionalverantwortlichen rein qualitativ ohne weitere Quantifizierung berichtet.

Hinsichtlich der finanzwirtschaftlichen Risiken bedient sich KSB außerdem einer zusätzlichen Risikoidentifikation, -bewertung, -steuerung und -kommunikation. Diese Aufgabe obliegt dem zentralen Finanzwesen und ist an anderer Stelle in diesem Kapitel detailliert beschrieben.

Der Compliance-Risiken nimmt sich der Chief Compliance Officer an; er ist der Stabsstelle „Recht & Compliance, Patente & Marken“ zugeordnet. Ihn unterstützen die Mitglieder des Compliance Committees und die Compliance-Verantwortlichen der einzelnen Gesellschaften.

Die Interne Revision ist als Teil des internen Kontrollsystems in das Risikomanagement-System eingebunden. In ihrer Planung priorisiert sie Themen nach Risikopotenzialen und erhält sämtliche dazu notwendigen Informationen. Die Revisoren stellen sicher, dass alle geprüften Einheiten die gültigen Richtlinien beachten, aktiv am Risikomanagement-System teilhaben und ihre Risiken steuern oder vermeiden. Die Informationen der Internen Revision über erkannte Risiken sowie eingeleitete Gegenmaßnahmen sind integraler Bestandteil der Berichterstattung an die Geschäftsführenden Direktoren und an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates.

Das Risikomanagement-System wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf, beispielsweise bei relevanten gesetzlichen oder organisatorischen Änderungen, zeitnah aktualisiert. Außerdem widmet sich der Wirtschaftsprüfer in der Jahresabschlussprüfung dem Risikofrüherkennungs-System, dessen Vorhandensein er feststellt und dessen Eignung er untersucht.

INTERNES KONTROLLSYSTEM UND RISIKO­MANAGEMENT-SYSTEM BEZOGEN AUF DEN KONZERNRECHNUNGS­LEGUNGSPROZESS

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS) trägt dazu bei, eine ordnungsgemäße Finanzberichterstattung sicherzustellen. Ziel ist es zu gewährleisten, dass Konzernabschluss und Konzernlagebericht mit allen einschlägigen Vorschriften übereinstimmen. Zentrale Elemente des IKS sind – neben dem zuvor dargestellten Risikomanagement-System – Richtlinien und Regelwerke, die einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsvorgaben beinhalten. Sie sind von allen Konzerngesellschaften vollständig anzuwenden. Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip werden dabei beachtet. Dies stellen Prüfungen der Internen Revision sicher.

Zusätzlich validiert das Rechnungswesen regelmäßig und analytisch die Plausibilität von Zeitreihen sowie von Plan-Ist-Abweichungen. Somit erkennt KSB frühzeitig signifikante Veränderungen, die dann auf Bilanzierungs- oder Bewertungsunstimmigkeiten untersucht werden. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden im Anschluss auf Managementebene diskutiert.

Die Verantwortung für die Konzernrechnungslegung liegt bei den Mitarbeitern des zentralen Konzernrechnungswesens. Für bestimmte Kalkulationen im Rahmen der Rechnungslegung (beispielsweise für die Berechnung komplexer versicherungsmathematischer Pensionsverpflichtungen) werden qualifizierte externe Gutachter hinzugezogen.

Für das Rechnungswesen des KSB Konzerns und das jeweilige Rechnungswesen der einzelnen Tochtergesellschaften gelten verbindliche Terminpläne sowie Richtlinien. Die zur Aufstellung des Konzernabschlusses anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind in einem Handbuch schriftlich fixiert, das fortlaufend aktualisiert und weiterentwickelt wird. Dieses umfasst auch die Richtlinie für die Verbuchung konzerninterner Vorgänge. Neue Rechnungslegungsvorschriften und andere offizielle Verlautbarungen werden kontinuierlich im Hinblick auf ihre Relevanz und ihre Auswirkungen auf den Konzernabschluss analysiert. Bei Bedarf werden Richtlinien sowie das Handbuch entsprechend angepasst und unverzüglich an die Gesellschaften kommuniziert. Die Einhaltung dieser Maßgaben überwacht ebenfalls das Konzernrechnungswesen. Damit wird das Risiko, dass der Abschluss nicht sachgerecht aufgestellt oder nicht fristgerecht veröffentlicht werden kann, reduziert.

Die Abschlussinformationen aller Konzernunternehmen werden automatisiert mittels einer zertifizierten und geprüften Konsolidierungsstandard-Software verarbeitet. Diese Daten werden mithilfe systemtechnischer Kontrollen validiert. Dabei auftretende Warnmeldungen klären die Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens, bevor sie diese Daten verwenden. Die Nutzung des Konsolidierungsmonitors innerhalb des IT-Systems gibt die Reihenfolge der Bearbeitungsschritte strikt vor. Somit ist die fehlerfreie Verarbeitung der Daten gewährleistet.

Damit der Prozess der Rechnungslegung reibungslos und korrekt erfolgt, werden hieran ausschließlich Mitarbeiter mit dem entsprechenden fachspezifischen Know-how beteiligt. Um das Expertenwissen dieser Mitarbeiter aktuell zu halten, werden sie regelmäßig geschult. Außerdem wird der Prozess seit dem Berichtsjahr durch einen konzerneinheitlichen Kontenplan unterstützt.

Für das rechnungslegungsbezogene IT-System werden Zugriffsberechtigungen definiert. So werden Daten vor nicht genehmigtem Zugriff sowie unzulässiger Verwendung und Veränderung geschützt. Darüber hinaus stellen die vielfältigen Prüfschritte die Qualität der Verarbeitung sicher. Sie tragen ebenso dazu bei, operationelle Risiken zu begrenzen wie regelmäßige Systemprüfungen durch den Abschlussprüfer.

CHANCEN UND RISIKEN IN DER EINZELBETRACHTUNG

Die nachfolgend dargestellten Kategorien beinhalten die als bedeutsam oder neutral eingestuften qualitativen und quantitativen Bruttorisiken sowie die wesentlichen Chancen für die Geschäftsentwicklung zum 31. Dezember 2018. Sofern Risiken nicht als bedeutsam gekennzeichnet sind, wurden diese als neutrale Risiken eingestuft.

Märkte / Wettbewerb

Risiken

Auch im aktuellen Berichtsjahr beeinflussen Veränderungen der ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen die geschäftlichen Möglichkeiten von KSB. Dem bedeutsamen Risiko von Konjunktur- und Nachfrageschwankungen begegnet der Konzern, indem er in mehreren Märkten und Branchen mit unterschiedlichen Konjunkturzyklen aktiv ist. Außerdem beobachtet KSB die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Märkte. Falls erforderlich, werden Kapazitäten angepasst, Produktionseinrichtungen verlagert und Einsparmaßnahmen umgesetzt.

Asien gilt unverändert als wichtigster Absatzmarkt für kraftwerkstechnische Ausrüstungsgüter einschließlich Pumpen und Armaturen. Die Wettbewerbssituation in China hat sich im Vergleich zum Vorjahr noch nicht entspannt. Der damit verbundene erhöhte Preisdruck stellt somit ebenfalls im aktuellen Geschäftsjahr ein „bedeutsames“ Risiko dar. Auch politische Entscheidungen, wie die Verschiebung oder gar Aufgabe von Energieprojekten in mehreren chinesischen Provinzen, belasten die Geschäftsentwicklung. Um den asiatischen Markt breiter zu erschließen, hat KSB mit einem langjährigen Partner, der chinesischen SEC-Gruppe, Ende 2015 eine strategische Allianz vereinbart. Sie zielt auf eine engere Kooperation, um auch bei asiatischen Kraftwerksprojekten außerhalb Chinas erfolgreich zu sein.

Das Risiko aus der politischen Lage in verschiedenen Teilen dieser Welt hat jedoch im Vorjahresvergleich wieder an Bedeutung zugenommen. Am wesentlichsten ist hierbei die Entwicklung der Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Aufgrund der US-Sanktionen gegenüber dem Iran bietet sich keine Möglichkeit mehr laufende Projekte im Iran weiterzuführen. Folglich besteht das Risiko, die für dortige Projekte bereits angefallenen Kosten ohne eine entsprechende Gegenleistung tragen zu müssen. Auch die protektionistische Zollpolitik der Vereinigten Staaten belastet das Geschäft durch den damit einhergehenden weltweiten Nachfragerückgang. Die Verschärfung des Konflikts im Nahen Osten, insbesondere in den Ländern Saudi-Arabien, Katar, Iran und Israel, kann sich genauso wie die Entwicklung der politischen Lage in der Türkei negativ auf das Geschäft auswirken. Die aufgrund der politischen Differenzen Russlands mit den USA und den meisten europäischen Staaten stark belasteten Ost-West-Beziehungen sind ebenfalls weiterhin von Bedeutung. Dies zeigt sich auch im Importsubstitutions-Programm der russischen Regierung. Russische Unternehmen sollen vermehrt Produkte ordern, die im Lande selbst hergestellt sind oder aber einen hohen Anteil an lokaler Wertschöpfung aufweisen. Auf diese Entwicklung hat die KSB-Gesellschaft in Moskau reagiert, indem sie in angemieteten Hallen eine lokale Montage für industrie- und wassertechnische Pumpen eingerichtet hat. Darüber hinaus wurde der Aufbau einer eigenen Fertigungsstätte abgeschlossen. Diese wird im Jahr 2019 in Betrieb gehen.

Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union birgt Risiken sowohl für die dort ansässige Vertriebs- und Service-Niederlassung als auch für alle übrigen Einheiten, die dort Geschäftspartner haben. Grundsätzlich herrscht aktuell noch Unklarheit über die künftigen Bestimmungen, jedoch können sich beispielsweise Verzögerungen im Warenhandel durch verstärkte Grenzkontrollen ergeben. Insgesamt entfallen 1,2 % der Umsätze im Konzern auf Großbritannien.

Chancen

In den beiden asiatischen Wachstumsländern China und Indien stehen 2019 größere Vergaben für Infrastrukturprojekte an. Aufgrund der starken Präsenz in diesen Staaten bestehen gute Chancen, als Lieferant von Pumpen, Armaturen und Dienstleistungen hieran beteiligt zu werden. Der Ausbau der Kernenergie setzt sich in China und Indien fort, wofür die Anlagenbauer vor Ort hochsichere Pumpen und Armaturen benötigen. Darüber hinaus rechnet KSB aufgrund der gezielten Aktivitäten im Servicemarkt damit, insbesondere in China mehr Dienstleistungen und Ersatzteile verkaufen zu können.

Mit der Verbreiterung des Portfolios für Pumpen nach der API -Norm hat der KSB Konzern seine Position im Markt der ölverarbeitenden Industrie seit 2016 kontinuierlich verbessert. Hier wird eine gegenüber 2018 verbesserte Auftragslage erwartet.

Ab 2020 gilt ferner eine neue Regelung der Internationalen Schifffahrts-Organisation IMO . Gemäß dieser UN-Sonderorganisation sollen dann alle Schiffe auf hoher See einen Kraftstoff mit deutlich reduziertem Schwefelanteil verwenden, um die Luftschadstoff-Emissionen weltweit zu reduzieren. Für die Verfahren zur Herstellung dieses Kraftstoffs werden die Raffinerien in entsprechende Technik investieren. Dies dürfte die Nachfrage nach Raffineriepumpen erhöhen. Darüber hinaus werden Schiffe, die weiterhin Treibstoff mit hohem Schwefelanteil einsetzen, mit Abgasentschwefelungsanlagen nachgerüstet. Das würde sich entsprechend positiv auf den Auftragseingang auswirken.

Projekte / Produkte

Risiken

Die Anforderungen der Märkte an die Produkte des KSB Konzerns ändern sich ständig. Erfolg hat der Konzern nur dann, wenn Lieferzeiten eingehalten und technisch hochwertige Produkte in einer guten Qualität zu adäquaten Preisen angeboten werden. Um das Risiko des Lieferverzugs zu minimieren, der zu einer verschlechterten Reputation beim Kunden wie auch zu Pönalezahlungen führen kann, kontrolliert KSB ständig die Verkaufs- und Fertigungsabläufe. Wird dabei festgestellt, dass eine Erneuerung des Maschinenparks oder eine Erweiterung der Kapazitäten notwendig ist, werden diese Investitionsvorhaben im Rahmen eines schrittweisen Genehmigungsprozesses überprüft. Damit begegnet KSB dem als „bedeutsam“ eingestuften Risiko von Termin- und Kostenüberschreitungen.

Eine regelmäßige Marktanalyse und -beobachtung minimiert die Gefahr, dass Produkte technisch veralten oder sie zu nicht marktgerechten Preisen angeboten werden. Zugleich ist KSB dem Risiko ausgesetzt, dass Billigprodukte aus Osteuropa und vor allem aus Asien mit dem KSB-Angebot konkurrieren. Dies erfordert ein stetiges Qualitätsmanagement, das konzernweit verzahnt ist.

In dem Geschäft von KSB ergeben sich besondere Anforderungen an die Abwicklung von Großprojekten mit längeren Laufzeiten. Damit sind stets auch Risiken verbunden. So kann es gerade hier zu Kostenüberschreitungen, verschärften Importbestimmungen, personellen Engpässen, technischen Schwierigkeiten oder Qualitätsproblemen kommen, die – einschließlich möglicher Vertragsstrafen – die Margen verringern. Deshalb werden die Mitarbeiter im Projektmanagement geschult und ihnen werden spezielle Kenntnisse vermittelt. Diese ermöglichen es, Gefahren im Zusammenhang mit länger laufenden Aufträgen frühzeitig zu erkennen. Zudem sind die Projektleiter mit entsprechenden Management-Werkzeugen ausgestattet. Entscheidungen verbinden sich mit klar strukturierten Genehmigungsprozessen.

Auch bei Aufträgen mit neu konstruierten Produkten werden sowohl technische als auch kommerzielle Risiken eingegangen. Die erstgenannten Risiken werden insoweit eingegrenzt, dass bei Entwicklungsarbeiten Zwischenschritte definiert und Teillösungen einer Prüfung unterzogen werden. Dies gilt auch für Pumpen, die im Rahmen eines über mehrere Jahre laufenden Großauftrages für den Bau eines neuen Kraftwerkstyps in China bereitgestellt werden. Kommerzielle Risiken werden durch entsprechende Gestaltung der Verträge minimiert. Es wird darauf geachtet, dass Anzahlungen in der Regel die anfallenden Kosten decken. Für das Gewährleistungs- und Pönalerisiko werden entsprechende Rückstellungen gebildet. Im Konzernabschluss 2018 waren es 46 Mio. €, im Jahr zuvor 51 Mio. €; darüber hinaus sieht KSB kein weiteres wesentliches Restrisiko (Nettorisiko).

Chancen

Der Einsatz von Unterwassermotor-Pumpen, wie sie auf Brunnenfeldern, im Bergbau und auf Bohrplattformen benötigt werden, erfolgt zunehmend in höheren Leistungsbereichen. Entsprechend hat KSB das Portfolio um Pumpen erweitert, die – mit Antriebsleistungen bis 5 MW – Fördermengen von bis zu 5.000 m³ in der Stunde realisieren. Für Förderhöhen bis zu 1.500 m bietet KSB als einer von weltweit nur zwei Herstellern seit Oktober 2018 auch doppelflutige Unterwassermotor-Pumpen an, die eine vergleichsweise höhere Sicherheit gegen Ausfälle bieten. Dieser Wettbewerbsvorteil verbessert die Position als Anbieter bei größeren und technisch aufwendigen Projekten.

Auf der Industriemesse Achema 2018 hat KSB neue digitale Produkte vorgestellt, die für Serviceaktivitäten genutzt werden. Hierzu gehört der Einsatz eines Kontrollsystems, das Zustandswerte von Pumpen in einer Anlage erfasst. Es zeigt dem Kunden – oder auch KSB direkt – an, wenn ein Serviceeinsatz notwendig ist. Bei Inbetriebnahmen oder Reparaturen vor Ort kann KSB mittels der Technik des Augmented Reality Service  den lokalen Fachkräften aus der Ferne unmittelbare und passende Hilfestellungen geben, ohne dass Spezialisten extra anreisen müssen. Dies spart den Kunden Zeit und Geld. Mit diesen und weiteren innovativen Dienstleistungen kann der KSB Konzern seine Marktposition festigen und die Auftragschancen verbessern.

Finanzen / Liquidität

Risiken

Als weltweit agierender Konzern ist KSB vielfältigen Währungsrisiken ausgesetzt. Diesem bedeutsamen Risiko wird mit Kurssicherungsgeschäften begegnet. Allerdings bietet das globale Produktionsnetz auch die Chance, von Währungseffekten zu profitieren und diese gegebenenfalls im Wettbewerb mit anderen Herstellern zu nutzen. Neben Währungsunsicherheiten spielen die Zinsentwicklungen an den Kapitalmärkten eine Rolle. Bei variabel verzinsten Bankdarlehen begegnete KSB dem Zinsänderungsrisiko in wesentlichen Einzelfällen der Vergangenheit durch eine entsprechende Absicherung der künftigen Zinszahlungsströme. Im aktuellen Geschäftsjahr sah KSB keine Notwendigkeit einer solchen Absicherung.

Die neben dem Euro wichtigsten Währungen für den KSB Konzern sind der US-Dollar, die indische Rupie, der brasilianische Real und der chinesische Yuan. Sollte der jeweilige Wechselkurs von den Planannahmen abweichen, hätte dies positive oder negative Effekte auf das Geschäftsvolumen und auf die Ergebnissituation. Durch ein striktes Forderungsmanagement und den Einsatz von Warenkreditversicherungen vermeidet KSB es, Forderungen gegenüber Kunden nicht einbringen zu können.

Risiken hinsichtlich Margen und Liquidität sind typisch für das Projektgeschäft. Neben dem anhaltenden Druck auf die Verkaufspreise, der die Gewinnspannen verkleinert, gehören dazu ungünstige Vertragskonditionen wie reduzierte Anzahlungen und schärfere Pönalebedingungen. Da KSB die Genehmigungsprozesse in der Angebotsphase genau beachtet, wird dieses Risiko minimiert. Dies versetzt KSB zugleich in die Lage, Liquiditätsengpässe zu erkennen und zu vermeiden. Gegebenenfalls wird ausreichende Liquidität gesichert, indem frühzeitig entsprechende Kreditlinien vereinbart werden.

Anhaltende Rezessionen oder neu aufkommende Krisen­herde können die Finanzsituation der Kunden beeinträchtigen. Hieraus resultierende Zahlungsverzögerungen sowie Forderungsausfälle, die im Geschäftsjahr als „bedeutsam“ bewertet wurden, würden die Ertragslage belasten. Der gleiche Effekt entstünde, wenn sich Devisenbestimmungen einzelner Länder verschärften. Diesem begegnet KSB durch ein striktes Forderungsmanagement und intensive Kundenkontakte.

Sich ändernde Marktgegebenheiten machen es immer wieder erforderlich, bestehende Geschäftsmodelle grundsätzlich zu überprüfen und gegebenenfalls das Produktprogramm entsprechend anzupassen. Eine weitere mögliche Folge anhaltend belastender Marktentwicklungen ist der Verlust der Werthaltigkeit von Firmen- und Vermögenswerten. Ergibt sich aus der Werthaltigkeitsprüfung gemäß IAS 36 ein Wertminderungsbedarf, erfasst KSB einen entsprechenden Aufwand im Geschäftsjahr. Darüber hinaus besteht ein Restrisiko in Bezug auf die Entwicklung nicht steuerbarer Prämissen, auf denen die Ergebnisse beruhen. Im aktuellen Geschäftsjahr ergab sich ein Wertminderungsbedarf bezüglich des Firmenwertes der koreanischen Gesellschaft KSB Seil Co., Ltd. in Höhe von 20,6 Mio. €. Nach aktuellen Einschätzungen besteht für die Zukunft ein Restrisiko in Höhe von 0,8 Mio. €. Für übrige Gesellschaften mit Geschäfts- oder Firmenwerten haben wir die Risikoeinschätzung der Werthaltigkeit im Rahmen von Sensitivitätsanalysen berücksichtigt. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Konzernanhang im Kapitel „IV. Erläuterungen zur Bilanz“ unter dem Punkt „Immaterielle Vermögenswerte“.

Bei Steuersachverhalten ist die weltweite Ausrichtung der Aktivitäten des KSB Konzerns zu berücksichtigen. Aufgrund der operativen Tätigkeit in einer Vielzahl von Ländern mit unterschiedlichen Steuergesetzen und Verwaltungsauffassungen ist es erforderlich, die Bemessung der Steuerverbindlichkeiten differenziert zu beurteilen. Unsicherheiten bestehen möglicherweise aufgrund der unterschiedlichen Interpretation von Sachverhalten durch Steuerpflichtige einerseits und lokale Finanzbehörden andererseits. Diese können bei Betriebsprüfungen zutage treten. Durch eine enge Zusammenarbeit mit externen lokalen Steuerspezialisten begegnet KSB dem Risiko steuerlicher Nachzahlungen. Da unklare Sachverhalte fortlaufend kontrolliert werden, kann regelmäßig eine entsprechende Einstufung der Eintrittswahrscheinlichkeit vorgenommen werden. Sollte sich daraus ein Nachzahlungsbedarf ergeben, werden rechtzeitig entsprechende Rückstellungen gebildet. Im Konzernabschluss 2018 sind für solche Sachverhalte, die als bedeutsames oder neutrales Risiko eingestuft werden, wie im Vorjahr keine berücksichtigt; darüber hinaus bestehen Eventualschulden von voraussichtlich 1,5 Mio. € (Vorjahr 1,6 Mio. €).

Die Konzentration auf wenige Kunden führt zu Abhängigkeiten, die im Fall eines Kundenverlusts für einige französische Servicegesellschaften zu einem wesentlichen Auftragseingangs- und Umsatzeinbruch und damit zu einer Ergebnisbelastung führen können. Der damit verbundene Druck, den einzelne Kunden auf das Unternehmen ausüben können, erhöht sich und resultiert darin, dass vermehrt Zugeständnisse seitens des Anbieters gemacht werden müssen. Geraten einzelne Einheiten des Konzerns in solch eine Lage, werden Verluste teilweise durch deren Muttergesellschaft ausgeglichen. Hält die Situation an, erwägt KSB Neuorganisationen oder die Überarbeitung des Geschäftsmodells der betroffenen Gesellschaft.

Beschaffung

Risiken

Rohstoffpreise und Beschaffungszeiten unterliegen starken marktbedingten Schwankungen. Dies kann die Ergebnissituation dann negativ beeinflussen, wenn es nicht gelingt, Kostensteigerungen zu kompensieren oder an Kunden weiterzugeben. Auch Verzögerungen oder Engpässe in der Versorgungskette für Rohstoffe und Komponenten können die geschäftlichen Aktivitäten von KSB beeinträchtigen. Wenn nicht zeitnah von sinkenden Beschaffungspreisen profitiert wird, würde sich, bei anhaltendem Druck auf die Verkaufspreise der Produkte, die Ertragslage verschlechtern.

Im Rahmen der Beschaffungsstrategie achtet KSB auch darauf, Abhängigkeiten von Lieferanten zu vermeiden und so dem Risiko eines Lieferantenausfalls entgegenzuwirken. Sollten die lokalen Gegebenheiten keine ausreichende Lieferantendiversifizierung ermöglichen, wird auf zusätzliche ausländische Geschäftspartner zurückgegriffen. In ausgewählten Fällen wird auch externe Fachkompetenz in das eigene Unternehmen, nicht zuletzt, um die Kapazitäten bestmöglich zu nutzen, verlagert.

Chancen

Durch eine Neuorganisation des globalen Einkaufs und erneute Prozessverbesserungen hat KSB 2018 die Effizienz der Arbeit in diesem Bereich gesteigert. Dies gilt ebenso für die vermehrte Zahl an Onlineaktionen, mittels derer KSB mit geringem Aufwand die Einkaufskonditionen für Waren und Dienstleistungen global vergleicht. Von diesen Maßnahmen wird der Konzern im laufenden Jahr profitieren.

Die Veränderungen unterstützen die Wettbewerbsfähigkeit von KSB und bilden gleichzeitig das Fundament, den Einkauf erfolgreich zu digitalisieren. Damit sichert sich KSB die Chance eines dauerhaften Zugangs zu den besten Lieferanten. Sie erhöhen außerdem die Attraktivität für talentierte Einkäufer, die helfen, die Unternehmensziele von KSB zu verwirklichen.

Technologie / Forschung und Entwicklung

Risiken

Für eine erfolgreiche Zukunft ist es essentiell, über ein Produkt- und Leistungsprogramm zu verfügen, das in Technik, Preis und Lieferzeit marktgerecht ist. Die sich ändernden Bedürfnisse der Kunden wie auch neue Normen und Vorschriften – gerade in zukunftsträchtigen Märkten wie China – erfordern es, Erzeugnisse sowie Leistungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern. Die für Anpassungen nötige Forschung und Entwicklung verbrauchen erhebliche finanzielle Mittel und personelle Ressourcen, ohne dass ein mittel- und langfristig erfolgreicher Einsatz garantiert ist.

Um negative Auswirkungen auf die Ertragslage zu vermeiden, ist es wichtig, die marktbedingten oder technischen Risiken frühzeitig zu erkennen. Hierfür aktualisiert der KSB Konzern ständig seinen Entwicklungsprozess, zu dem verschiedene Kontrollstufen gehören. Da in diesen Prozess regelmäßig Mitarbeiter aus dem Verkauf eingebunden sind, können Risiken, die aus zwischenzeitlichen Veränderungen in den Märkten oder Anwendungsbereichen resultieren, rechtzeitig in die Beurteilung einfließen.

Chancen

Im „Business Innovation Lab “ arbeitet KSB in interdisziplinären Teams an neuen Geschäftsmodellen auf der Basis digitaler Technologien. Durch das Einbeziehen anlagenbezogener Daten kann KSB den Kunden Lösungen anbieten, ihre Technik zum Flüssigkeitstransport sowohl sicherer als auch effizienter zu machen und für eine höhere Transparenz ihrer Prozesse zu sorgen. Mehrere dieser Modelle werden derzeit im Hinblick auf funktionsgerechte Technik und ihre Marktreife getestet. Entsprechend den Geschäftschancen werden diese zur Anwendung gebracht.

Mit dem Ansatz der digitalen Transformation rückt die permanente externe Überwachung und Kommunikation von Geräten stärker in den Vordergrund als bisher. Sensoren und Kommunikationsmodule werden integraler Bestandteil dieser neuen Klasse an Geräten. Das neue, cloudbasierte System zur kontinuierlichen Pumpenüberwachung erlaubt den Kunden vor Eintritt von Störungen, rechtzeitig Serviceleistungen zu ordern, von denen KSB letztlich geschäftlich profitiert. Des Weiteren befasst sich der Konzern mit Ansätzen zu selbstlernender Steuerungssoftware, mit der elektronischen Veränderung von Festdrehzahlen – als Alternative zu mechanischen Anpassungen – sowie mit der Miniaturisierung der Leistungselektronik und deren Integration in den Motor.

Ein besonderer Fokus der Entwicklungstätigkeit galt in den vergangenen Jahren Pumpen für die Öl- und Gasindustrie, die dem API -Standard entsprechen. Das im Jahre 2016 gestartete Programm wurde im Berichtsjahr fortgeführt und das Portfolio um weitere Größen und zusätzliche Varianten erweitert, was die Chancen für Auftragserfolge erhöht.

Andere unternehmensspezifische Risiken – Umwelt

Risiken

Die Geschäftstätigkeit von KSB unterliegt vor allem im Bereich der Produktion zahlreichen Umweltschutzgesetzen und -vorschriften. Durch Umweltschäden jeglicher Art (beispielsweise Grundwasserverschmutzungen, Sanierungsbedarf wegen veralteter Baustoffe oder Geruchsbelästigungen bei dem Einsatz von Chemikalien) können Verluste entstehen, die nicht durch eine Versicherung gedeckt sind. Daher überwachen Beauftragte an allen Standorten die Einhaltung der Gesetze und Vorschriften sowie der KSB-internen Regeln. Werden Belastungen festgestellt, bildet KSB Rückstellungen, um Verpflichtungen für notwendige Sanierungen gerecht zu werden. Im Konzernabschluss 2018 betrugen diese wie im Vorjahr knapp 0,2 Mio. € für bedeutsame oder neutrale Risiken.

Bei Akquisitionsprojekten überprüft KSB Liegenschaften vor einem Kauf auf mögliche Altlasten. Kritische Sachverhalte werden mittels entsprechender vertraglicher Regelungen mit dem Verkäufer berücksichtigt und in Absprache mit diesem werden entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

In Märkten mit sich verschärfenden umweltrechtlichen Regulierungen gibt es grundsätzlich die Gefahr, dass es durch KSB-Produkte und eigene oder zugekaufte Dienstleistungen zu Verstößen kommt, durch die die für diese Geschäfte notwendige Genehmigung verloren wird und die Reputation von KSB geschädigt wird. Auch veränderte Haftungsregelungen im Umweltschutz können die Risiken für den Geschäftserfolg erhöhen. Über sich anbahnende umweltrechtliche Neuerungen informiert sich der Konzern daher frühzeitig als Mitglied in nationalen und internationalen Fachverbänden. Ferner existieren in den Landeseinheiten sogenannte Rechtskataster, die permanent gepflegt werden. So stellt KSB sicher, dass sich die Mitarbeiter an das jeweils geltende Recht halten. Im Rahmen der Managementzertifizierungen überwachen dies außerdem externe Auditoren.

Chancen

Umweltbewusstes Management verbindet sich bei KSB mit einem aktiven und vorausschauenden Handeln sowie mit betriebsinternen Prozessen, die dauerhafte Kostensenkungen ermöglichen. Dies gilt beispielsweise für alle Maßnahmen, die den Energieverbrauch in der Produktion, im Service und in den Verwaltungsbereichen verringern. Umgekehrt bietet der KSB Konzern den Anwendern seiner Produkte die Chance, ihre Stromkosten zu reduzieren, indem sie energieeffiziente KSB-Produkte wählen.

Von den Herstell- und Verarbeitungsverfahren produzierender Unternehmen können grundsätzlich Gefahren für Mensch und Natur ausgehen. Das globale Umweltmanagement-System bietet die Chance, diese Risiken frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Schutzmaßnahmen einzuleiten. Damit wird nicht nur Umweltschäden, sondern auch deren finanziellen Folgen vorgebeugt.

Mit einem funktionierenden und zertifizierten Umweltmanagement-System erfüllt KSB darüber hinaus eine Forderung zahlreicher öffentlicher Auftraggeber, großer Unternehmen und ganzer Branchen wie der Automobilindustrie. Für diese ist der Nachweis eines Umweltmanagements ein zunehmend wichtigeres Kriterium bei der Auswahl ihrer Lieferanten. Indem Produktions- und Servicestandorte durch Auditoren überprüft und nach internationalen Normen zertifiziert werden, erhalten sowohl der KSB Konzern als auch seine Kunden eine hohe Gewissheit, dass die KSB-Betriebe umweltgerecht handeln. Die Mitgliedschaft im UN Global Compact  entspricht ebenfalls den Erwartungen auf Kundenseite und verbessert die bei Unternehmen, die ihre Lieferanten unter anderem im Hinblick auf ihre Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft aussuchen.

Andere unternehmensspezifische Risiken – Personal, Recht und IT

Risiken

Um die Geschäftsziele zu erreichen, benötigt KSB an allen Standorten qualifizierte Mitarbeiter, zu denen beispielsweise technische Spezialisten gehören. Aufgrund des demografischen Wandels in einigen Ländern nimmt der Wettbewerb um diese und andere hochqualifizierte Fachkräfte zu. Er wird sich im Rahmen des wirtschaftlichen Aufschwungs noch verschärfen. KSB begegnet diesem Risiko mit bedarfsorientierten Maßnahmenplänen, einer systematischen Personalplanung und internationalen Rekrutierungsprozessen.

Sich ändernde Marktbedingungen können einen negativen Einfluss auf den Finanzierungsstatus der Pensionsverpflichtungen haben. Gerade starke Schwankungen der zur Bewertung heranzuziehenden Kapitalmarktzinsen können sich auf das Jahresergebnis sowie das bilanzielle Eigenkapital erheblich auswirken. Um dieses Risiko zu begrenzen, werden alternative Modelle validiert.

Änderungen von Prozessen und der Aufbauorganisation, wie die Einführung von Shared-Service-Centern, erfordern klare Projektverantwortlichkeiten und valide Projektpläne sowie die Auswahl qualifizierter externer Partner. So lassen sich Startschwierigkeiten bei der Organisations- und Prozessumstellung vermeiden, die ansonsten die erwarteten Kostenvorteile verringern könnten.

Zu den Risiken im Zusammenhang mit der Tätigkeit der Mitarbeiter von KSB können prinzipiell auch unredliches Verhalten oder Verstöße gegen Rechtsvorschriften gehören. Diese wären geeignet, das Ansehen von KSB zu schädigen. Durch wiederholte Compliance-Schulungen und gezielte Einzelmaßnahmen in kritischen Regionen beugt der KSB Konzern diesen Risiken vor und sichert die Reputation bei seinen Kunden.

Im Rahmen der Geschäftstätigkeit lassen sich Rechtsstreitigkeiten nicht immer vermeiden. Dabei handelt es sich üblicherweise um Streitfälle aus dem operativen Geschäft, in der Regel bei unklaren Gewährleistungsfragen. Erwartet KSB aus diesen Sachverhalten negative Auswirkungen auf den Geschäftserfolg, werden entsprechende Rückstellungen, die neben der zu erwartenden Schadenshöhe auch die Prozesskosten beinhalten, gebildet. Um ein Nettorisiko auszuschließen, sind im Konzernabschluss 2018 für solche als bedeutsame oder neutrale Risiken eingestuften Fälle rund 2 Mio. € (Vorjahr 1 Mio. €) berücksichtigt. Weiterhin wurden Rückstellungen für Streitfälle mit Behörden und für Personalangelegenheiten von insgesamt nochmals knapp 2 Mio. € (Vorjahr 3 Mio. €) gebildet, sofern sie im Sinne der Risikobewertung als bedeutsam oder neutral eingeschätzt wurden. Insgesamt wird das Risiko aus Rechtsstreitigkeiten im Geschäftsjahr als bedeutsam eingestuft.

Staatliche Entscheidungen, wie beispielsweise die Kostenbeteiligung an Projekten zum Ausbau der Infrastruktur im Bereich der Liegenschaften von KSB, können ebenfalls die Ergebnis­situation belasten.

Schwerwiegende geschäftliche Nachteile können infolge der Manipulation und des Verlusts elektronischer Daten entstehen. KSB verstärkt die Bemühungen, dieses Risiko durch adäquate Sicherungssysteme und Zugangsverfahren zu begrenzen. Eine verstärkte Zentralisierung der IT-Systeme der verschiedenen Geschäftseinheiten hilft hierbei. Damit werden hohe Sicherheitsstandards gesetzt und so das Risiko für Datenverluste oder -beschädigungen verringert.

Verstärkten externen Fraud-Aktivitäten versuchen wir durch eine Verschärfung des Bewusstseins für solche zu begegnen. Gleichzeitig erhöhen wir unsere Compliance-Anforderungen.

Chancen

2018 erfolgte der Start eines Programms, mit dem die Attraktivität als Arbeitgeber gesteigert und die Chancen, für zukunftsrelevante Positionen die jeweils richtigen Mitarbeiter zu finden und an sich zu binden, verbessert wurden. Dies gilt beispielsweise für junge Talente, die helfen, die digitale Transformation des Unternehmens zu gestalten. Für diese und andere Fachkräfte wurden zielgruppengerechte Recruitingprozesse entwickelt, in denen die klassischen Wege der Personalgewinnung teilweise verlassen wurden.

Darüber hinaus wird die Einführung eines globalen HR -Managementsystems vorbereitet, das die Basis für eine strategische Personalplanung bildet. Die höhere Transparenz mitarbeiterbezogener Daten wird es ermöglichen, die Menschen bei KSB entsprechend ihren individuellen Kenntnissen und Fähigkeiten optimal einzusetzen und ihnen auch über Ländergrenzen hinweg neue Karrierechancen zu eröffnen.

WESENTLICHE CHANCEN UND RISIKEN NACH SEGMENTEN

Die Chancen und Risiken für die Segmente Pumpen, Armaturen und Service werden, wie bereits im Vorjahr, am stärksten durch die konjunkturelle Entwicklung beeinflusst. Nach wie vor ist die künftige Entwicklung in China von Bedeutung. Wesentlich für Pumpen und Armaturen sowie in abgemilderter Form für den Service sind noch immer Unsicherheiten hinsichtlich des politischen Risikos, die im Vergleich zum Vorjahr in einigen Ländern der Welt wieder an Bedeutung zugenommen haben. Bedeutsame Risiken für das Geschäft des KSB Konzerns bleiben politische Entscheidungen in China bezüglich der Energieprojekte und die weiterhin stark belasteten Ost-West-Beziehungen, seit diesem Jahr auch insbesondere das Verhältnis der Vereinigten Staaten zum Iran. Die Strategie passte KSB dahingehend an und stellte das Geschäft mit dem Iran ein. Jedoch besteht ein Risiko hinsichtlich bereits begonnener Projekte und damit verbundenen ausstehenden Zahlungen. Auch ein sich verschlechterndes Zahlungsverhalten birgt entsprechendes Risikopotenzial für künftige Geschäfte. Für die konjunkturelle Entwicklung hat sich die Risikoeinschätzung gegenüber dem Vorjahr insoweit verändert, dass der Konflikt im Nahen Osten zu einer Ölkrise führen könnte und somit ein wesentliches Risiko für den KSB Konzern darstellt. Die konjunkturelle Entwicklung im Allgemeinen bleibt weiterhin aufgrund der schweren Einschätzbarkeit das wesentlichste Risiko. Der KSB Konzern erhofft sich auch weiterhin von seinen wachstumsfördernden Maßnahmen, dass diese das Erreichen seiner Ziele wesentlich unterstützen. Rezessionen und einen verschärften Wettbewerb spüren oftmals auch die Kunden von KSB, was deren Zahlungsfähigkeit in Einzelfällen beeinträchtigen kann.

Negative Währungsveränderungen in Wachstumsländern könnten die Exporte, insbesondere die aus den europäischen Werken, gefährden. Dies würde es aber auch ermöglichen, dass die Produktionsstätten in den betroffenen Ländern von solchen Entwicklungen profitieren und ihrerseits verstärkt exportieren.

Die Tragweite der Chancen hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.

RISIKOBERICHT ÜBER DIE VERWENDUNG VON ­FINANZINSTRUMENTEN

Das zentrale Finanzmanagement des KSB Konzerns erfüllt seine Aufgaben innerhalb des von der KSB Management SE als gesetzliche Vertreterin vorgegebenen Handlungsrahmens. Der KSB Konzern richtet seine finanziellen Transaktionen in Art und Umfang strikt auf die Erfordernisse seines Geschäftes aus. Dabei tätigt er keine Geschäfte mit spekulativem Charakter. Ziel ist es, jederzeit die Liquidität sicherzustellen und die Aktivitäten zu optimalen Bedingungen zu finanzieren. Exportgeschäfte werden unter bestmöglicher Absicherung der Währungs- und Bonitätsrisiken getätigt. Das Forderungsmanagement arbeitet mit ständig verbesserten Methoden daran, die Außenstände termingerecht einzubringen.

Aufgrund des Geschäftes muss KSB sich mit folgenden finanzwirtschaftlichen Risiken auseinandersetzen:

Einerseits unterliegt KSB dem sogenannten Kreditrisiko. Hierunter wird der mögliche Ausfall oder der verspätete Eingang vertraglich vereinbarter Zahlungen verstanden. Darüber hinaus besteht ein Liquiditätsrisiko. Dies zeigt sich darin, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig erfüllen kann. Ferner ist KSB dem sogenannten Marktpreisrisiko ausgesetzt. Währungs- oder Zinsänderungen können einen negativen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben. Risiken von Wertpapier-Kursschwankungen sind nicht wesentlich.

Um Risiken aus Geschäften mit unterschiedlichen Währungen zu verringern, werden Maßnahmen zur Kurssicherung ergriffen. Dafür nutzt KSB in erster Linie Devisenterminkontrakte, sowohl für bereits bilanzierte Geschäfte als auch für zukünftige Zahlungsströme aus noch abzuwickelnden Aufträgen. Zur Abdeckung der Währungsrisiken bestehen zum Jahresende Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von insgesamt 238,3 Mio. € (Vorjahr 276,5 Mio. €). Überwiegend sind Fremdwährungspositionen in US-Dollar gesichert. Indem Produktionsstandorte weltweit gestärkt werden, kann eine „natürliche“ Währungssicherung bei weiter volatilen Devisenmärkten realisiert werden.

Um Zinsänderungsrisiken zu minimieren, werden in wesentlichen Einzelfällen Zinsswaps abgeschlossen, mit denen Zahlungsströme aus Grundgeschäften abgesichert werden. Im laufenden Geschäftsjahr wurden keine Absicherungen durch Zinsswaps vorgenommen.

All diese Risiken werden mittels eines adäquaten Risikomanagement-Systems begrenzt. Durch Richtlinien und Arbeitsanweisungen wird der Umgang mit diesen Risiken geregelt. Darüber hinaus werden ständig die aktuellen Risikoausprägungen überwacht und die gewonnenen Erkenntnisse werden in Form standardisierter Berichte sowie individueller Analysen an die Geschäftsführenden Direktoren und den Aufsichtsrat weitergegeben.

Weitere Informationen zu den drei Risikobereichen und der bilanziellen Auswirkung finden Sie im Konzernanhang im Kapitel „VI. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten“.

GESAMTBEURTEILUNG DER CHANCEN UND RISIKEN

Die Chancen und Risiken des KSB Konzerns werden ganz wesentlich von gesamtwirtschaftlichen Einflussfaktoren und deren Effekten auf die weltweiten Maschinenbaumärkte und den Wettbewerb geprägt.

Die gesamte Risikolage zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 hat sich im Vergleich zum Vorjahr wieder verschärft. Dies ist auf die bereits in der Risikosituation nach Segmenten beschriebene politische Entwicklung und deren Auswirkung auf die Märkte zurückzuführen. Außerdem hätten geopolitische Instabilitäten, Entscheidungen über Sanktionen und volatile Währungen sowohl negative Effekte auf das Geschäftsvolumen als auch auf das geplante Ergebnis. Insgesamt geht KSB für das nächste Jahr von einer Konjunkturentwicklung analog der IWF -Prognose aus.

Der KSB Konzern baut in diesem Umfeld weiter auf seine Fähigkeit, Kapazitäten und Ressourcen flexibel den sich ändernden Marktbedingungen anzupassen. Um im Wettbewerb dauerhaft zu bestehen, sind eine solide finanzielle Position sowie effiziente Kostenstrukturen von zentraler Bedeutung. KSB ist überzeugt, dass die sich aus den oben genannten Risiken ergebenden Herausforderungen weiterhin erfolgreich gemeistert werden können.

Die Tragweite der Chancen hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.

Das vorhandene Risikomanagement-System sowie die damit im Zusammenhang stehenden organisatorischen Maßnahmen erlauben es der KSB Management SE als gesetzliche Vertreterin, Risiken zeitnah zu erkennen und adäquate Maßnahmen einzuleiten. Der Fokus der Aktivitäten im Jahr 2019 wird angesichts der teilweise unsicheren Entwicklung unverändert auf dem Management der Marktrisiken liegen. Die gesetzliche Vertreterin stellt auf Basis des vom KSB Konzern etablierten Risikomanagement-Systems wiederum fest, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar sind, die zu einer dauerhaften und wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des KSB Konzerns führen könnten.

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